Logo

Elektrostatische Felder

Das dürfen sich auch Ihre Kinder ansehen
  Schon die alten Griechen (Thales von Milet - 600 v.Chr) wußten, daß man Bernstein durch Reibung elektrisch aufladen kann. Von diesem Natur- Philosophen stammt die Bezeichnung "Elektrostatik" (= ruhende Elektrizität). Sie stellt einen heute oft vergessenen Anteil am Elektrosmog dar. 

  Sicher haben Sie Elektrostatik schon einmal selbst erlebt, wenn Sie mit einem Luftballon oder kleinen Schlauchboot gearbeitet haben: Plötzlich standen ihnen die Haare an den Unterarmen zu Berge, wenn Sie in die Nähe des Ballons kamen. Die Ursache ist statische Elektrizität, die Sie durch Reibung erzeugt haben. 

  Eine unangenehmere Variante erleben Sie unter Umständen, wenn Sie aus dem Auto steigen und sich dann bei Berühren von Metallteilen (meist der Autotür) einen deutlich spürbaren elektrischen Schlag (ESD) holen. Teuer kann es werden, wenn Sie selbst aufgeladen waren (das kann durch Gehen auf dem Teppich entstehen) und dann empfindliche elektronische Geräte berühren. Den kleinen elektrischen Schlag haben Sie vielleicht nicht einmal gespürt - aber das Gerät hat seinen Geist aufgegeben. Computerfachleute transportieren daher elektronische Teile in speziellen Schutzhüllen und achten beim Einbau auf ihre eigene Erdung - gegebenenfalls mit Hilfe eines geerdeten Armbändchens.

  Durch elektrostatische Aufladungen können Spannungen bis zu tausenden von Volt entstehen. Bei Spannungen über 3000 V tritt schon bei Annäherung eine Funkenentladung ein. Auch beim Gewitter haben wir es mit elektrostatischen Aufladungen zu tun: Die Wolken laden sich gegenüber der Erdoberfläche oder gegeneinander auf, bis schließlich die Entladung durch einen kräftigen Blitz erfolgt. In Ihrer Wohnung können sich Gardinen, die viel Kunstfasern enthalten, elektrostatisch aufladen und ein Feld um sich herum aufbauen. Da sich entgegengesetzt gepolte elektrische Ladungen gegenseitig anziehen, bemerken Sie das dadurch erzeugte elektrische Feld eventuell dadurch, daß sich eine leichte Gardine auf Sie zubewegt - auch wenn Sie ganz langsam gehen und somit bestimmt kein Luftzug die Ursache der Bewegung sein kann.

  In gesundheitlicher Hinsicht ist der menschliche Körper gegenüber elektrostatischen Feldern wesentlich resistenter als gegenüber elektrischen Wechselfeldern - schließlich hat er sich schon während Millionen von Jahren (wovon wir erst die letzten 500 000 Jahre zu kennen glauben) an Gewitter und die damit verbundene "spannungsgeladene" Luft gewöhnen können. 

  Trotzdem sind elektrostatische Aufladungen in der Wohnung unangenehm; denn sie ziehen je nach Polarität Staubteilchen an (schmutziger Bildschirm) oder sie halten sie in der Schwebe (bei aufgeladenem Teppich), sodaß sie sich nicht absetzen können und wir sie dauernd einatmen müssen. Das führt zu einem Feinstaub-Problem und kann Allergien fördern. Was können wir dagegen tun ?

- Die - besonders im Winter sehr trockene - Luft befeuchten. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte 50% oder mehr betragen. Das vermindert elektrostatische Aufladungen und tut auch unseren Atemwegen gut.
- Sind die Fußböden aus elektrisch leitenden Materialien oder Naturprodukten (Holz, Stein), wird die Aufladung stark reduziert. Auch in Schuhen mit Ledersohle sowie in Kleidung ohne Kunstfasern oder Seide beobachtet man viel weniger Aufladungen.
- Macht man die Luft durch entsprechende Ionisation ganz schwach elektrisch leitend (Salzlampen, Airea-Gerät), können Staubteilchen auch nicht mehr in der Schwebe gehalten werden und die Luft wird sauberer.
- Hat man sich jedoch irgendwo aufgeladen und muß empfindliche elektronische Teile anfassen, so kann man sich zuvor durch Berühren geerdeter Teile (Wasserleitung, Heizkörper, metallenes PC-Gehäuse usw) entladen.
© Dr.-Ing. Hans-Dieter Nowak - Impressum
 zurück zur Leitseite 'Elektrosmog' zur Übersicht  Rundgang durch den Elektrosmog
eloste.htm, Stand 25.11.2009